Autor Thema: Drogenkontrolle THC  (Gelesen 247 mal)

onizuka

  • Gast
Drogenkontrolle THC
« am: 14 April 2022 »
Sehr geehrtes Team,

ich (wohnhaft in Oberösterreich und österreichischer Staatsbürger) wurde am 11. 04. 2022  um 10:30 von der Polizei in Passau aufgehalten. Zunächst gabs das standardmäßige Prozedere, danach wurde ich gefragt ob ich Alkohol konsumiert hätte, was ich verneinte und ob ich bereit wäre einen Alkoholtest zu machen. Alles klar kein Problem, danach wurde ich gefragt ob ich Drogen konsumiert hätte, welches ich ebenfalls verneinte. Dann fingen die allseits bekannten Psychospielchen an. "Haben sie schonmal in ihrem Leben Drogen konsumiert. Wissen sie überhaupt wie Drogen aussehen? Noch nie gesehen?" und so weiter. Dann wurde gefragt ob ich bereit bin zu einem Drogentest. Daraufhin wollte ich wissen aufgrund welchen Verdachts. Er begründete es damit, das ich doch zu einem Alkoholtest bereit wäre, aber bei dem Drogentest so zögern würde. Später schob er noch pseudo-Gründe nach wie glasige Augen und trockene Lippen. Gut, da gibts eh kein Ausweg, ich stimmte einem Speicheltest zu, welcher positiv ausfiel.
Daraufhin kam ein Arzt, der mir Blut abnahm. Die Polizei hat gesagt, dass ich, falls der Test über die 1mg/ml Grenze ausfallen wird, ich mit einer Strafe von 500 Eur rechnen muss und einem Monat Fahrverbot. Dazu muss ich sagen, ich habe am Tag davor vor dem schlafen gehen einen Joint konsumiert und ansonsten auch das restliche Jahr so ca. 2 bis 3 joints wöchentlich.
Meine Frage wäre es nun:
Laut offiziellen Regierungsseiten wird mir der Führerschein einen Monat lang entzogen, da ich Ersttäter bin und ansonsten auch nie Probleme mit dem Gesetz hatte. Kann mir der Führerschein trotzdem länger entzogen werden? Außerdem steht im Internet nur was von einem Verkehrscoaching. Ist das willkür seitens der Behörde, welche Auflagen mir auferlegt werden? Welche "Aufgaben" muss ich erledigen, um das ganze Thema abzuschließen?

Und meine zweite Frage wäre.. Diese Art von Delikt wird ja nach 2 Jahren gelöscht. Sollte ich nach den 2 Jahren, wieder mal positiv auf THC getestet werden, so gelten wieder die Regel für Erstäter? Oder bin ich für mein restliches Leben "gebrandmarkt".

Seit der Sache lebe ich natürlich Abstinent.
Vielen Dank schonmal im Voraus und liebe Grüße!

ME-Redaktion

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Antw:Drogenkontrolle THC
« Antwort #1 am: 22 April 2022 »
Hallo Onizuka,

vielen Dank für ihre Anfrage. Leider ist mir nicht ganz klar aus ihrem Mail, ob sie von der österreichischen oder der deutschen Polizei angehalten wurden. Grundsätzlich ist es im Ermessen der Behörde wie sie weiter vorgehen werden. In Österreich würde es zu einer amtsärztlichen Untersuchung kommen, je nach Ergebnis kann dann der/die Amtsarzt/Amtsärztin entscheiden wie es weiter geht. Leider kann ich ihnen keine genaue Angaben machen, wichtig wäre, wenn sie bei dieser Untersuchung einen negativen Harntest abgeben könnten, das heißt, dass keine Drogen nachgewiesen werden.

Der Spielraum ist groß – es kann sein dass sie eine Geldstrafe und ein einmonatiges Fahrverbot erhalten, es kann sein dass sie ein Gutachten einholen müssen (fachärztlich bei einem/einer Psychiater*in und/oder verkehrspsychologisches Gutachten), Nachschulung, Verkehrscoaching, Auflagen wie zum Beispiel Harnkontrollen in regelmäßigen Abständen über einem bestimmten Zeitraum, Haaranalyse, etc. Sie werden eine Vorladung beim zuständigen Amtsarzt erhalten – nach der Untersuchung dann ein Schreiben, wo genau aufgelistet wird, was ihre Auflagen sind.

Leider kann ich ihnen keine genaueren Angaben machen, aber wenden sie sich an eine Beratungsstelle in ihrer Nähe – diese haben meist die Erfahrungen was in ihrer Umgebung meist für Konsequenzen zu erwarten sind.

Mit freundlichen Grüßen
Beratungsstelle Clean Bludenz