Autor Thema: Suchtdruck  (Gelesen 812 mal)

Chris

  • Gast
Suchtdruck
« am: 12 Juli 2021 »
Hallo
Ich bin seit ca. 2,5 Jahren Heroinabhängig und bekomme jetzt seit ein paar Wochen Polamidon. Vorher schon Suboxon, Methadon und Substitol. Ich stehe jetzt kurz davor in die Langzeitreha zu rehen muss aber vorher noch entgiften.
Meine Frage ist, da ich aktuell trotz des Polamidons 12ml mal wieder etwas Suchtdruck hatte und auch zwei Rückfälle, ob der Suchtdruck irgendwann mal ganz weggeht?
Ich habe jetzt schon so oft gelesen das es wohl immer mal wieder zu Rückfällen kommen wird und man wohl immer damit zu tun haben wird.
Ist das tatsächlich so?
Gibt es einen Unterschied zwischen dem Suchtdruck während Substitution und dem Suchtdruck wenn ich Clean bin? Ist er Clean besser aus zu halten?

ME-Redaktion

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Antw:Suchtdruck
« Antwort #1 am: 15 Juli 2021 »
Hallo Chris,

vielen Dank für Ihre Frage. Es lässt sich leider nicht pauschal darauf antworten, dafür müsste ich mehr über Ihre Lebensumstände, Ihre Ressourcen, Ihre Therapieziele usw. wissen. Ich würde Ihnen raten, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, um Ihr Anliegen zu besprechen. Aus der Ferne kann ich wenig beurteilen, ob eine Erhöhung der Substitutionsdosis vielleicht hilfreich wäre.

Grundsätzlich gilt es zudem auch zu klären, was Ihre Therapiemotivation ist – was sind Gründe für ein abstinentes Leben und welche vielleicht für eine stabile Dauersubstitutionstherapie? Aus Ihrer Anfrage lese ich heraus, dass Sie bereits mehrmals in Substitutionstherapie waren. Man müsste sich genauer ansehen, was da gut gelaufen ist und was Ihnen Schwierigkeiten bereitet hat. Dies kann man am besten in einem direkten Gespräch.

Suchtdruck kann natürlich während einer Substitutionstherapie aus vielen verschiedenen Gründen entstehen – auch wenn Sie abstinent sind, wird/ kann dies immer wieder passieren. Die Lösungsstrategie damit umzugehen ist aber dieselbe: Es gilt herauszufinden, was den Suchtdruck ausgelöst hat und gezielt dann eine Handlungsalternative herauszuarbeiten – dies ist individuell und hängt auch sehr von Ihren eigenen Ressourcen und Ihren bisherigen Lösungsstrategien ab. Auch die Angst vor einer stationären Therapie kann einen solches Verlangen nach Drogen auslösen, denn durch die Einnahme von Substanzen wird dieses Gefühl unterdrückt, die Angst nicht mehr als solches wahrgenommen … ein Gespräch mit Ihrem Betreuer/Ihrer Betreuerin an der verschreibenden Stelle wäre sicherlich hilfreich für Sie. Falls Sie nicht wissen, wohin Sie sich wenden können, kann ich gerne behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen
Rebecka Schwall – Beratungsstelle Clean Bludenz