Autor Thema: Methadon, Subutex und Führerschein  (Gelesen 11954 mal)

Andreas31

  • Gast
Methadon, Subutex und Führerschein
« am: 06 November 2005 »
Hallo zusammen, ich hätte da noch eine Frage, die mir sehr wichtig ist! Ist es generell verboten unter Methadon sein Fahrzeug zu führen, was könnte mir also passieren wenn ich von der Führerscheinstelle einen Test machen muss und die finden das Methadon? Ich habe einen Freund gefragt und er sagte, ich solle mich auf Subutex umstellen lassen, denn unter Einnahme von Subutex dürfte ich fahren, stimmt das? Ich wohne in Deutschland/NRW/Wuppertal - vielen Dank vorab & Gruß Andreas31

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Re: Methadon, Subutex und Führerschein
« Antwort #1 am: 08 November 2005 »
Hallo Andreas, bei Detailfragen, die die Deutsche Gesetzgebung betreffen, solltest du dich lieber an eine Beratungsstelle in deinem Bundesland wenden. Trotzdem habe ich mich auf die Suche gemacht um deine Antwort zu beantworten. Die Aussagen sind leider nicht einheitlich.

http://www.jurathek.de/showdocument.php?session=491733445&ID=4655&referre%09r=459
Gem. § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG) wird das vorsätzliche oder fahrlässige Führen eines Kfz mit einem Bußgeld von bis zu DM 3.000 geahndet, wenn entweder eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 0,5 Promille vorlag (Abs.1) oder der Fahrer unter der Wirkung eines berauschenden Mittels stand (Abs.2 S.1). Gemäß Abs.5 ist das Bundesverkehrsministerium ermächtigt, die Liste solcher Mittel durch Verordnung zu ergänzen. Derzeit gehören zu den betreffenden Substanzen: Cannabis, Heroin, Morphin, Kokain, Amphetamin einschließlich MDE und MDMA - nicht jedoch, weil zugelassenes Medikament, Methadon.
Bei illegalen Drogen lassen sich inzwischen - ebenso wie bei legalen Drogen wie Alkohol und Medikamenten - wissenschaftlich fundierte Aussagen über Dosis-Wirkungs-Beziehungen und damit Grenzwerte zuverlässig ableiten. Es gibt durchaus wissenschaftlich verwertbare Erfahrungen, ab welcher Konzentration psychotrope Wirkungen einsetzen und welches die Schwellen zur Beeinträchtigung der Fahrsicherheit sind. Absolute und generelle Aussagen können indes für keine psychotrope Substanz gemacht werden - auch nicht für Alkohol. Die Problematik wird insbesondere am Methadon oder bei medizinischer Verwendung von Cannabis deutlich. Bei Methadon zum Beispiel ist die psychotrope Wirkung lediglich Nebenwirkung der auf Erhaltung des Substanzspiegels, also auf Vermeidung von Rauschwirkung ebenso wie von Entzugserscheinungen abzielenden Behandlung. Dies trifft auch für andere Medikamente zu. Selbst wenn eine gewisse psychotrope Wirkung feststellbar ist, so schränkt diese weder bei legalen noch bei illegalen Drogen zwangsläufig und in erheblichem Maße die Fahrtüchtigkeit ein. Deshalb die 0,5-Promille-Regelung beim Alkohol. Umgekehrt kann in bestimmten Fällen die psychotrope Wirkung eines Medikaments (z.B. Angstlöser, Opiate bei der Schmerztherapie) Fahrtüchtigkeit erst herstellen.

http://www.bussgeldkataloge.de/udrogen.html
Konsumenten von harten Drogen (Heroin, Ecstasy, Amphetamine...) sind laut Gesetz charakterlich nicht zum Führen eines Kraftfahrzeuges geeignet und verlieren im Normalfall ihre Fahrerlaubnis. Das gilt auch dann, wenn der Konsument beim Autofahren nicht unter Drogeneinfluss stand oder wenn er selbst kein Auto besitzt. Konsumenten der Ersatzdroge Methadon gelten in der Regel nicht als geeignet zum Führen eines Kraftfahrzeuges.

Falls du genaueres erfährst, wäre es toll, wenn du uns Bescheid geben könntest. Dann können User, die in einer ähnlichen Lage sind, von deinen Erfahrungen profitieren.

Andreas31

  • Gast
Re: Methadon, Subutex und Führerschein
« Antwort #2 am: 08 November 2005 »
Hallo - herzlichen Dank für die Links und Eure Mühe, ich werde mich da mal detailiert mit beschäftigen, da ich zZt. selber betroffen bin und den Klops am Bein habe, sobald ich was 100%tiges erfahren habe, stelle ich das natürlich auch für die anderen User frei - Grüße & nochmals Danke an das tolle Forum & die ME-Redaktion Andreas31

dennis

  • Gast
Antw:Methadon, Subutex und Führerschein
« Antwort #3 am: 20 August 2020 »
also ich wurde angehalten , den urintest habe ich verweigert und meinen methadon behandlungsausweis vorgezeigt. daraufhin durfte ich weiterfahren. einen monat später kam ein brief von der führerscheinstelle das ich den schein abgeben soll und das man grundsätzlich nicht in substitution ein auto fahren darf. daraufhin habe ich wiederspruch eingereicht zusammen mit beweisen all meiner beruflichen fortschritte seit meiner substitution und einem sehr positivem attest und behandlungsbeschreibung von mir. daraufhin kam ein neuer brief in dem gesagt wurde das es wohl dann doch nicht so klar ist das ich nicht fahren darf. Jetzt muss ich eine mpu begutachtung machen in der geprüft wird ob ich trotz methadon in der lage bin ein auto zu fahren. das gute ist ich darf während dieser ganzen zeit meinen schein behalten und das obwohl ich aus scheiss bayern komme. also es ist nicht unmöglich den lappen zu haben trotz substitution. die gesetze sind bei diesem thema wohl scheinbar wirklich an die realität angepasst worden . denn wer längere zeit methadon nimmt der weiss das er davon nicht breit wird, sondern eher im gegenteil nur dann in der lage auto zu fahren