Autor Thema: Methadonentzug  (Gelesen 9874 mal)

Andreas31

  • Gast
Methadonentzug
« am: 12 September 2005 »
Hallo zusammen, bin hier im Forum neu, 41Jahre alt und komme aus Wuppertal.Mein Problem bzw. meine Frage...ich war kurzzeit-heroinabhängig so ca. 1,5Jahre und habe mich vor 2Monaten entschlossen, in ein Methadon-Programm zu gehen. Dieses Methadon-Programm bringt mir jedoch jede Menge Ärger wie zB. ich bin Hartz IV Empfänger und irgendwie hat das Arbeitsamt von mir und der Teilnahme am Programm "Wind bekommen", sodass ich für das zuständige Arbeitsamt als Nicht-Vermittelbar gelte.....ich bekomme von einem weiteren Arzt Benzodiazepine (Bromazepam) verschrieben, die ich nach therapeutischer Verordnung (halbe Tab vor dem schlafengehen) einnehme, die in einem Drogenscreening festgestellt wurden. Ich konnte jedoch meinem Methadon-Doktor ein Rezept vorlegen,  damit ist die Einnahme meiner Meinung nach legal - jedoch telefonierte der Methadon-Doktor fleissig mit der Apotheke, bei welcher ich das Bromazepam regelmässig kaufe, als auch mit der Frau vom Arbeitsamt und stellte mich als positiv hin - Auf meine Frage warum er denn sowas an die Öffentlichkeit dringen lässt, sagte er:"Sie werden schon noch Ärger bekommen"! Fazit: Ich fühle mich bei meinem Arzt äussersr unwohl und möchte mich so schnell als möglich aus dem Programm "rausschleichen" - Ich wurde auf 6ml Methadon eingestellt und bin momentan bei 4,5ml Methadon täglich - meine Frage: "Wie komme ich so schnell wie möglich von dem Methadon los, in kleinen Schritten a 0,5ml wöchentlich? Beikonsum habe ich keinen mehr, ich habe in den 2Monaten die ich nun im "Programm" bin, 2x genascht....Anmerkung: Das gesetzlich vorgeschriebene Take-Home scheint es bei diesem Arzt auch nicht zu geben, Leute die immer "clean" waren, laufen schon seit 2,5Jahren dort ein.....Vielen Dank!

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Re: Methadonentzug
« Antwort #1 am: 19 September 2005 »
Hallo Andreas31, das zugrundeliegende Problem dürfte das gestörte Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt sein, hier empfiehlt sich einen Arztwechsel in Erwägung zu ziehen, auch scheint es sinnvoll, nur einen verschreibenden Arzt zu haben.

Die Problematik mit dem Arbeitsamt ist auch hierzulande bekannt, allerdings sind die gesetzlichen Grundlagen aufgrund Hartz IV andere, daher ist eine entsprechende Onlineberatung zu diesem Thema nicht möglich. Die Arbeitsunfähigkeit muss in Österreich allerdings durch Gutachten festgestellt werden, eine Entscheidung aufgrund der Aktenlage durch verschiedene Expertenmeinungen ist nicht ausreichend.

Der Ausstieg aus der Behandlung mit Methadon sollte wohl längerfristig geplant werden. Nicht zuletzt sprechen auch die in Deinem Mail beschriebenen zwei Rückfälle dafür. Daher wird nochmals auf den Arztwechsel hingewiesen. Ein entsprechendes therapeutisches Setting sollte erarbeitet werden. Erst nach einer Stabilisierung der Abstinenz ist ein Ausstieg aus der Substitution sinnvoll. Eine Reduktion der täglichen Einnahmemenge ist immer sinnvoll, sollte jedoch in den Gesamtbehandlungsplan passen und mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Das geübte Auge unseres Fachpersonals wird höchstwahrscheinlich auch den Methadonkonsum "sehen" können, der ungeschulte Laie sicher nicht. Letztendlich sind subjektive Wahrnehmungen für den Klatsch interessant, jedoch ohne rechtliche Wirkung.

Suche doch mal eine Drogenberatungsstelle in Deiner Nähe auf und besprich mit ihnen Deine Situation. Folgende Adressen habe ich gefunden:

Ökumenische Suchtberatung des Caritasverbandes
Laurentiusstr. 7, 42103 Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Tel:(0202) - 389030  E-mail:suchtberatung@caritas-wuppertal.de
 
Blaukreuz-Haus Wuppertal e.V. - Suchtberatung, Sozialtherapie"
Heckinghauser Str. 206, 42289 Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Tel:(0202) - 622003 E-mail:P.OLM@WEB.DE
 
Café Okay - Drogenfreier Treffpunkt
Besenbruchstr.10, 42285 Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Tel:(0202) - 87888 E-mail:cafe-okay@sucht-hilfe.org

Beratungsstelle für Drogenprobleme Wuppertal e.V.
Doppersberg 22, 42103 Wuppertal, Nordrhein-Westfalen

Andreas31

  • Gast
Re: Methadonentzug
« Antwort #2 am: 06 November 2005 »
Ich sehe gerade, dassich mich noch nicht für die Informative, kompetente Anwort bei Euch bedankt habe, dann möchte ich das hiermit nachholen - herzlichen Dank& Gruß Andreas31

blackpoison

  • Gast
Re: Methadonentzug
« Antwort #3 am: 25 April 2006 »
hi,ich würde versuchen,wenn du auf 3 ml oder 30mg bist,umzusteigen auf subutex,denn damit kannst du viel besser und leichter runterkommen,ist überhaubt sehr viel besser wie methadon!!!

Sabr!na187

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Re: Methadonentzug
« Antwort #4 am: 07 Oktober 2007 »
Hey...
Ich war jetzt 4 Jahre am Stück im Metha-Programm(davon aber 3,5 Jahre Beigebrauchsfrei)....Ich habe mich von meinem Arzt von 14 ml(140mg) Methadon abdosieren lassen und bin dann mit 0,8ml in Entgiftung gegangen....Heute ist mein 5. Null Tag und ich fühle mich eigentlich ganz ok!! Ausser die Nervösität und ständige Knochenziehen in den Beinen usw...Meine Frage jetzt: Wie lang zieht sich der Entzug in die Länge????Und ab wann kann ich ne UK abgeben, ohne das noch Metha drin is??
Vielen Dank!!!
Sabr!na