Autor Thema: Morphin i.v. trotz Methadontoleranz  (Gelesen 384 mal)

Ralph

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Hallo!

Hab ne blöde Frage und zwar:
Ich bin seit Montag im Substitutionsprogramm und seit Mittwoch
auf 35mg Levomethadon (Polamidon) eingestellt.
Jetzt möchte ich mir morgen gerne eine Substitol i.V. geben
(Wirkstoff: Morphinsulfat)

Ich hab gehört, dass Pola/Metha sehr stark die Rezeptoren besetzt, dass man von anderen
Opiaten nix mehr spürt, auch i.v.
Kann sich das nach den paar Tagen und der vergleichsweise niederen Pola-Dosis schon
so stark auswirken, dass ich sagen wir mal die ganze Kapsel auf einmal schiessen müsste für einen
Verhältniswenig schwachen Flash?
Ich möcht nichts verschwenden, und auch keine OD haben, deshalb frage ich hier vorsichtshalber nach!

Meine Toleranz vor der Substi waren zwischen 400 und 600mg am Tag.
Pro Schuss hab ich 100-150mg genommen, selten auch mal 200mg

Vielen Dank!

ME-Redaktion

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Antw:Morphin i.v. trotz Methadontoleranz
« Antwort #1 am: 02 August 2019 »
Sehr geehrter Herr Ralph,

gerade in den ersten Tagen der Einstellung auf Substitutionsmedikamente, wie in Ihrem Fall auf Methadon, kommt es leider wiederholt zu lebensbedrohlichen Intoxikationen. Gerade bei Methadon kommt es aufgrund der über Tage hinweg stattfindenden Anreicherung im Körper zu hohen Plasmaspiegeln, welche von Tag zu Tag steigen. Methadon wirkt nicht nur gegen eventuell einsetzende Entzugserscheinungen, es wirkt auch gut gegen den Suchtdruck. Bei einer Dosis von 35 mg Levomethadon sollte der Suchtdruck ausreichend gut behandelt sein. Eine zusätzliche i.v. Gabe von Morphium sollte auf jeden Fall vermieden werden. Wie Sie schon angesprochen haben, ist die Wirkung gerade zu Beginn der Substitution schwer einzuschätzen, andererseits wäre dies der ideale Zeitpunkt mit dem i.v. Konsum aufzuhören.

Mit besten Grüßen,     

Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Willis – Krankenhaus Maria Ebene

« Letzte Änderung: 02 August 2019 von ME-Redaktion »