Autor Thema: Morphin absetzen  (Gelesen 405 mal)

Lisa

  • Gast
Morphin absetzen
« am: 12 Juni 2019 »
Hallo,
Ich hätte da mal eine Frage bzgl Wirkstoffgehalt.
Ich habe lange Jahre als Schmerzpatient Morphin genommen. Maximal 400mg unretardiert pro Tag verteilt.
Viele Jahre/Monate später bin ich auf 10-0-10mg Morgen ret. (ich gebe zu, dass ich Sie zerkaue).
Nun habe ich gelesen, dass 10mg Morphinsulfat tatsächlich nur 7.5 mg Morphin sind und die orale Bioverfügbarkeit zwischen 20-40% liegt. Gehe ich davon aus, habe ich pro Einnahme (ganz ganz grob natürlich) nicht mal 5mg Morphin nach Einnahme im Blut und das maximal 5Stunden ca.
Nun die Frage: merke ich das Morphin dann überhaupt noch? Bin sonst gesund und wiege knapp 63 kg auf 168cm Größe.
Da müsste ich das Zeug doch einfach weglassen können?
Kein Craving, gute Laune, marginal physische Entzugserscheinungen, die nerven, aber nicht quälen. Das ist doch für den Körper eigentlich nicht mehr spürbar?
Liebe Grüsse und danke für die Antwortgutven

Lisa

  • Gast
Antw:Morphin absetzen
« Antwort #1 am: 13 Juni 2019 »
Hallo, nochmal die Lisa...
Was ich noch Fragen wollte:
Wenn ein Entzug abläuft, ohne Medi-unterstützung, abdosiert, wie ist der Verlauf?
Ich lese häufig von Höhepunkten des Entzugs nach bestimmten Stunden, was wohl stoffabhängig ist.
Geht es auf diesen Höhepunkt kontinuierlich zu, danach kontinuierlich abwärts, oder sind bis zu diesem Hightop auch Stunden darin, in denen es besser geht?
Trotz jahrelanger Einnahme hatte ich wenig Entzugserscheinungen, bis auf eine sehr grosse Reduktion der Menge. Da weiss ich aber nur noch einzelne Entzugserfahrungen und ich habe auch keine Erinnerung daran, dass ich einen Zeitraum hatte, in dem ich glaubte, dass die Welt über mich hereinbricht.
Danke im voraus für Ihre Antworten
Liebe Grüsse

ME-Redaktion

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Antw:Morphin absetzen
« Antwort #2 am: 18 Juni 2019 »
Sehr geehrte Lisa,

die Idee ist doch eine Gute! Da es sich tatsächlich nur um eine geringe Menge Morphium handelt, dürften die Entzugserscheinungen tatsächlich nicht sehr stark ausfallen. Die Entzugserscheinungen sind individuell allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt, so dass ich über den Verlauf keine Aussagen zu treffen vermag. Und je mehr Sie meinen zu wissen, desto eher werden Sie sich beobachten. Und sich eine gute und stabile Zeit auszuwählen, während Sie sich gut ablenken können und die restliche Morphium-Medikation einfach weglassen. Auch für Schmerzpatienten ist eine Morphium Dauermedikation an sich nicht geeignet. Und da die Entzüge individuell so verschieden sind, gehe ich davon aus, dass die innere Einstellung – der Wunsch mit dem Konsum aufzuhören einen großen Einfluss auf den Verlauf hat.

Viel Erfolg!

OÄ Dr. Kirsten Habedank – Therapiestation Lukasfeld