Autor Thema: Entzug ambulant Zopiclon  (Gelesen 353 mal)

Magdalena

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Entzug ambulant Zopiclon
« am: 08 Juni 2019 »
vielen Dank für die Möglichkeit hier Information zu bekommen. Ich nehme wegen meines genetisch verkrüppelten Rückens seit mehr als 20 Jahren Zolpidem oder jetzt Zopiclon, um wegen der Schmerzen überhaupt einschlafen zu können. Dosis: 3 x 7,5 mg jeden abend. Tagsüber nichts. Habe große Schwäche und vor zwei Tagen einen Sturz mit Beinbruch gehabt. Möchte ambulant unter Betreuung langsam selbst reduzieren, weil in Entzugskliniken nur 2/3 Bett - Zimmer zu bekommen sind und sich die anderen Patienten über meine nächtlichen Aktivitäten durch Schlaflosigkeit be-
schwerten. Bin jetzt 67 Jahre alt und in Rente und möchte nun einen neuen Start versuchen. Bin sehr motiviert.
Bitte helfen Sie mir 22,5 mg Zopiclon in die entsprechende Äquivalenzsumme von Clonazepam Tropfen oder Oxazepam Tabletten umzurechnen.
Meine Ärztin hat davon keine Ahnung, würde aber mitmachen. Die Psychiater wollen einen alle lieber in die Psychatrie schicken und helfen ambulant nicht beim Absetzen der Substanzen, die sie jahrzehntelang vorher selbst verschrieben haben. Auf meine ausdrückliche Nachfrage hin, ob die Z - Drugs abhängig machen, haben Sie alle unisono mit " NEIN !" geantwortet. Und außedem seien sie auch keine Benzos.
Stationärer Entzug  geht aber nicht, wegen der Inkompatibiltät von Schlafloser mit anderen Patientinnen in einem Zimmer, die alle mit schlafinduzierenden Medikamenten behandelt werden, siehe oben.

Ich reduziere dann ganz langsam über Monate oder gar ein Jahr, wenn es sein muss, nur damit ich von dem Zeug endlich wegkomme. 

Bitte helfen Sie mir, das würde meinem Leben wieder einen neuen Sinn geben!
Vielen Dank im voraus!
Beste Grüße
Magdalena

ME-Redaktion

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Antw:Entzug ambulant Zopiclon
« Antwort #1 am: 12 Juni 2019 »
Sehr geehrte Magdalena,

ja, es ist sicher eine gute Idee, das Zopiclon langsam zu reduzieren, leider wird das Abhängigkeitspotential und die beeinträchtigende Wirkung nur allzu oft unterschätzt. Laut Umrechnungstabelle entsprechen 15 mg Zopiclon 20 mg Oxazepam – insgesamt handelt es sich ja nur um eine geringe Menge. Vielleicht gelingt es Ihnen, über einen längeren Zeitraum jeweils eine halbe Tablette weniger zu nehmen. Körperliche Aktivität – so gut es eben möglich ist und schlafhygienische Maßnahmen  u. U. auch pflanzliche Präparate oder schlaffördernde Antidepressiva können die Reduktion vereinfachen.

Übrigens stehen in der Therapiestation Lukasfeld auch Einzelzimmer für den körperlichen Entzug zur Verfügung, jedoch ist hier der Entzug innerhalb von 3 bis 4 Wochen durchzuführen – von daher ist es vermutlich sinnvoller, das Zopiclon über einen längeren Zeitraum langsam zu reduzieren!

OÄ Dr. Kirsten Habedank – Therapiestation Lukasfeld