Autor Thema: Subutex, Buprenorphin, Schwangerschaft  (Gelesen 141 mal)

Quatsch

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Hallo liebe Menschen,

ich bin in folgender Situation:
Seit ca. Zwei Jahren nehme ich 0,5 bis 1,0 mg Buprenorphin (Subutex) am Tag. Vor bald 10 Monaten haben wir eine unerwartete Schwangerschaft festgestellt, wir freuen uns sehr. Nach ein paar Recherchen haben wir uns gegen eine Entgiftung entschieden um das Embryo nicht unter immensem Stress zu wissen. Ich habe mich auf ca. 0,4 mg eingestellt. Jetzt sind es noch ca. 2,5 Wochen bis zum Geburtstermin, uns geht langsam ein bisschen der Po auf Grund. Das schlechte Gewissen wächst und wächst, die Angst einen riesigen Fehler gemacht zu haben und vor möglichen gesundheitlichen Folgen und Entzugserscheinungen für das bald geborene Kind ist allgegenwärtig und sehr erdrückend.
Im Netz findet man nur sehr, sehr wenige Informationen über eine vergleichbare Situation, gerade mit so geringer Dosierung. Bei klassischer Substitution ist von relativ sicherem Konsum, auch für das Baby, die Rede, allerdings auch von Entzugserscheinungen wie Atemdepression nach der Geburt und es wird die Substitution des Kindes nach der Geburt erwähnt.
Bis heute habe ich keinem Arzt von meinem Konsum erzählt und wir haben eine Klinik ohne angrenzende Kinderklinik zur Entbindung gewählt, ein Kindernotatzt wäre aber binnen 10 Minuten vor Ort erzählte man uns. Die Schwangerschaft verlief sehr ruhig, Kind entwickelt
sich durchschnittlich, CTG ist prima, Kindsbewegungen sind rege. Jetzt wissen wir nicht, wie groß ein mögliches Risiko einzuschätzen ist und ob wir einen Entzug für das Kind erwarten müssen.

Ich hoffe auf offene Ohren und über eine Einschätzung wäre ich wirklich froh.

Liebe Grüße

ME-Redaktion

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Antw:Subutex, Buprenorphin, Schwangerschaft
« Antwort #1 am: 12 Juni 2019 »
Liebe werdende Mutter,

ich rate Ihnen, doch möglichst offen über Ihren Konsum zu sprechen. Es ist in jedem Fall gut, wenn die betreuenden Personen Bescheid wissen und das Kind entsprechend betreuen können. Inwieweit ein Kinderarzt vor Ort sein sollte, vermag ich nicht zu beurteilen, ich schätze jedoch, dass es sinnvoll wäre. Die noch eingenommene Menge von Buprenorphin ist ja ganz gering, und es ist gut und richtig, keinen vollständigen Entzug gemacht zu haben – jedoch ist der Verlauf bei Neugeborenen von substituierten Müttern auch individuell sehr unterschiedlich. Eine Substitution für das Neugeborene wird im Sinne einer Entzugsbehandlung nötig, also nach der Geburt langsam reduzierend. Solange es bei Ihnen im Bauch ist, erhält es ja die Opioide über die Nabelschnur. Alles Gute!

OÄ Dr. Kirsten Habedank – Therapiestation Lukasfeld