Autor Thema: Zwangseinweisung erwachsenes Kind  (Gelesen 334 mal)

rifl

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Zwangseinweisung erwachsenes Kind
« am: 28 Januar 2019 »
Hallo*,

unsere Tochter ist 20 Jahre, hat in der 9. Klasse die Schule abgebrochen und verlässt nahezu durchgängig seit 5 Jahren das Haus nicht mehr. manchmal, wenn es ihr gut geht, trifft Sie sich mit Freunden, dann wieder zieht sie sich über Wochen und Monate zurück- sitzt in ihrem Zimmer und konsumiert den ganzen Tag irgendwelche Serien. Schule, Berufsausbildung alles überhaupt nicht denkbar. Ihre über Jahre gehende ambulante Psychotherapie hat die Therapeutin beendet, da sie ihr nicht mehr helfen kann. Den stationären Aufenthalt vor 5 Jahren hat sie nach einem Urlaub nicht wieder angetreten und weigert sich bis zum heutigen Tag irgendwas zu unternehmen oder sich helfen zu lassen. In letzter Zeit hat sie stark abgenommen und treibt exzessiv Sport- uns gegenüber behauptet sie sich gesund zu ernähren und ausreichend zu essen. Seit 3 Tagen hat sie starke Magenschmerzen und kann Nichts mehr essen. Sie hat sich bis vor Jahren geritzt, mit Zigaretten verbrannt und von einem ihrer vertrauten Freunde haben wir erfahren, dass Sie ihm ggü. geäußert hat, dass der Tag ihrer Geburt der schlimmste Tag ihres Lebens war und dass sie sich vor nunmehr 6 Monaten das Leben nehmen wollte. Sie lebt in unserem Haushalt und wir können es nicht mehr ertragen unser Kind so leiden zu sehen und zusehen zu müssen, wie sie jeden Tag ein bissel mehr abstirbt.
Wir wissen nicht ob damit der Tatbestand der Eigengefährdung gegeben ist- seit dem Selbstmordgedanken vor 6 Monaten, wissen wir nicht, ob sie weiterhin Suizidgedanken hat. Zerstören wir das letzte bisschen Vertrauen, was unsere Tochter zu uns hat, wenn wir Sie zwangseinweisen lassen und der Arzt und Richter ggf. die Sache völlig anders einschätzen (unsere Tochter ist ziemlich redegewandt und versteht es Andere davon zu überzeugen, dass sie zwar ein kleines Tief hat, aber die Sache im Griff) Wir sind vollständig ratlos... Bitte helfen Sie uns mit einer Einschätzung der Situation.
Vielen vielen Dank     

ME-Redaktion

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Antw:Zwangseinweisung erwachsenes Kind
« Antwort #1 am: 31 Januar 2019 »
Liebes Elternteil,

leider ist von hier aus  schwer einzuschätzen, ob eine Zwangseinweisung notwendig ist. Wichtig wäre es aus meiner Sicht, dass sich Sie sich auch beraten und unterstützen lassen, wie Sie mit Ihrer Tochter umgehen sollen.

Hier tauchen für mich Fragen auf:
Unter welchen Bedingungen kann sie überhaupt zu Hause bleiben – damit verbunden auch stationäre oder ambulante Therapie…? Sie hat auch keine Struktur und kann somit ihr Suchtverhalten ausbauen. Hatte die ambulante Therapeutin eine Empfehlung mitgegeben? Wenn nicht ambulant, was dann?

Sie als Eltern müssen auf alle Fälle wieder gestärkt bzw. handlungsfähig werden. Ich denke dabei an Institut PINA – neue Autorität. Martin Fellacher ist der Leiter dieses Instituts in Rankweil. Er und sein Team unterstützen Eltern, die gerade in solchen Situationen mit ihrem Kind/Jugendlichen/ jungen Erwachsenen stecken. Erreichbar ist er unter T 05522 25420.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Anja Burtscher – Therapiestation Carina