Autor Thema: spielsucht  (Gelesen 3476 mal)

annwolf

  • Gast
spielsucht
« am: 25 Mai 2007 »
Hallo !
Ich in seit 8 Jahren mit einem spielsüchtigen Mann verheiratet. Als wir uns kennengelernt haben, hat er mir gesagt, dass er Spieler sei, was mir nichts ausmachte, da ich ja auch nicht wußte, was das bedeutet. Mittlerweile über die Jahre ist es so gekommen, das wir gemeinsam ins Casino fahren,
was anfänglich für mich nur als "Kontrolle für ihn sein sollte. Jetzt spielen wir beide, wobei ich niemals in diesen Jahren alleine dortwar und nie machen würde, weil ich nicht so labil bin.
Wenn mein Mann oft so einige Bier getrunken hat, dann wird es erst so richtig schlimm, er wird aggressiv, beschimpft mich bis aufs Letzte, und nur dann, wenn ich ihm kein Geld mehr gebe. Ich habe ihm vor ein paar Tagen erst gesagt, dass er aus diesem Teufelskreis alleine nicht mehr rauskommt. Wir leben immer am Limit, und so bald das Konto es zulässt, wird jeder erdenkliche Euro verspielt. Auch ich habe ihm schon öfter gesagt, dass ich so nicht mehr leben kann, aber in so einer Situation, wenn er spielen will, ist ihm alles egal. Wir haben vier Kinder, wobei ich meine zwei älteren in die Ehe mitgebracht habe. und auch die Kinder bekommen alles mit und leiden natürlich sehr darunter. Den Kindern wird immer gesagt, wir haben kein Geld, und das aber nur, weil alles verspielt wird. Er will ja immer wieder aufhören, sowohl mit dem Alkohol als auch mit dem Spielen, nur er meint, seit Jahren, das er es alleine kann, ohne Psychogequatsche.
Wo soll das hinführen. Wenn so ein Spieltag schlecht ausgegangen ist, was fast immer der Fall ist, ist er am nächsten Tag voller Reue und Liebe, und es tut ihm alles leid, bis zum nächsten "Anfall". Wir wohnen bei Schwechat, und ich würde gerne wissen, was ich machen kann. Danke Anna

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Re: spielsucht
« Antwort #1 am: 30 Mai 2007 »
Liebe Anna! Es ist sehr belastend für eine Familie, wenn ein Angehöriger spielsüchtig ist. Es gibt in Wien eine Beratungsstelle, an die sie sich auch als Angehörige wenden können. Es gibt die Möglichkeit für Einzelgespräche, Paargespräche oder auch Gruppen. Es ist oft so, dass die Betroffenen noch keine Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Sie selber als Frau haben aber auch das Anrecht auf Unterstützung und können das unabhängig von ihrem Mann in Anspruch nehmen. Soweit ich weiß gibt es für Angehörige auch Gruppen. Gerade wenn man den Mut hat in einer Gruppe darüber zu sprechen, erfährt man, dass man nicht alleine ist. Man hört wie es andere machen, welche Schritte sie unternehmen. Auch wenn jede/r seinen/ihren eigenen Weg gehen muss, kann das sehr hilfreich sein.
Ich denke Wien ist für sie erreichbar und ich möchte sie ermutigen sich persönlich an die Beratungsstelle zu wenden.
Als Angehörige geht es darum sich lernen zu schützen, finanziell und emotional. Es geht darum wieder Dinge zu tun ohne Angst welche Ausbrüche kommen. Viele ziehen sich sehr zurück von ihren Freunden, Bekannten. Oft ist es für die Angehörigen auch ein Weg der kleinen Schritte.
Unten schicke ich ihnen die Internetadresse dieser Beratungsstelle.
http://www.as-wien.com/
Sie können sich gerne auch wieder an mich wenden unter christine.koehlmeier@mariaebene.at