Autor Thema: Kaktus und Pilze, Psychose  (Gelesen 177 mal)

Madita

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Kaktus und Pilze, Psychose
« am: 20 Juni 2018 »
Mein erwachsenes Kind ist auf 800 Substitol. Er stopft sich zusätzlich einfach alles in den Mund was er so findet. Kakteen aller Art und Pilze. Auch Kokain und LSD.  Er hat 20 kg im letzten halben Jahr abgenommen. Verliert Zähne und hat eine extremePsychose entwickelt. Er will keinen Entzug machen und keine ambulante Therapie. Im Krankenhaus nehmen sie ihn nicht auf, da keine Gefährdung vorliegt. Er soll eine ambulante Therapie  machen. Was muss geschehen, das ich ihn einweisen lassen kann. Am Schwarzmarkt hat er sich nun Nozinan besorgt. Er schläft keine einzige Nacht. Seine Ärztin hat ihm statt Benzos nun Psychopax Tropfen verschrieben. Die Flasche war nach vier Tagen leer. Mit ihm zu leben ist sehr schwer. Er stellt  täglich die ganze Wohnung auf den Kopf. Klettert am Balkon herum, lässt den Herd brennen,  kocht irgendwelche Mixturen. Redet fremde Menschen auf der Straße an. Es ist gesetzlich erlaubt, verrückt zu sein, meinte mein Therapeut. Danke tausendmal für ihre Zeit und Antwort. Mfg, Madita

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Antw:Kaktus und Pilze, Psychose
« Antwort #1 am: 26 Juni 2018 »
Liebe Madita,

als erstes unser Mitgefühl für die schwierige Situation. Zwangseinweisungen sind in Österreich nur bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung möglich und müssen vom zuständigen Amtsarzt bewilligt werden. Bei Wegfall der Gefährdung wird der Patient wieder entlassen.

Da die familiäre Situation unhaltbar erscheint, wäre angeraten, in Kontakt mit einer örtlichen Drogenberatungsstelle, aber vor allem in einem ernsten Gespräch mit Ihrem Sohn (wenn er wieder ansprechbar ist) die Belastung für Sie als Angehörige aufzuzeigen und auf eine räumliche Trennung hinzuwirken. Eine Motivation zum Entzug kann, wie aus der Schilderung entnommen wird, erst allmählich und vorzugsweise von Fachleuten aufgebaut werden. Möglicherweise könnte aktuell eine medikamentöse Unterstützung die Situation entspannen.

Im Vordergrund steht momentan das Wohlergehen Ihrer Familie, das durch das Zusammenleben sehr leidet. Auch wenn Ihr Sohn suchtkrank ist, sollte dennoch an seine Verantwortung appelliert werden, indem sein Verhalten nicht toleriert wird. Durch Ihren Sohn sind Sie auch in den Sog der Co-Abhängigkeit geraten, deshalb können Sie auch ohne Ihren Sohn professionelle Hilfe und Rat in einer Drogenberatungsstelle holen.