Autor Thema: Substidol  (Gelesen 244 mal)

Zoe

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Substidol
« am: 03 Juni 2018 »
Ich nehme seit zehn Jahren Substi i.v. ich habe starke körperliche Probleme und vor allem vergesse ich sehr viel. Seit fünf Jahren nehme ich Benzos, sehr wenig aber doch. Ich sehe sehr schlecht habe ständig verschiedene Schmerzen aber was mich am meisten fertig macht ist, dass ich mich so dumm fühle. Ich habe wirklich fast keine Erinnerungen an irgendwas. Ständig weiß ich nicht mehr was ich erzählt habe oder was ich unternommen hab. Ich hab jedes mal große Panik wenn ich mir das morph i.v. geben will aber ich schaffe es nicht das zu lassen. Ich möchte so gerne endlich schlucken können um mein Leben zurück zu bekommen. Aber ich kann hier nirgendwo so offen mit Therapeuten reden. Ich hatte versucht mich auf pola umzustellen und habe mir dann ständig substi kaufen müssen. Ich arbeite und studiere nebenbei auf dem zweiten Bildungsweg also ich habe auch nicht die Zeit auf Therapie zu gehen. Was soll ich machen. Ich werde so nicht mehr lange weitermachen können. Ich bekomme 600 und möchte die Menge statt i.v. schlucken.

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Antw:Substidol
« Antwort #1 am: 12 Juni 2018 »
Sehr geehrte Zoe,

Sie haben recht, die in der Substitution verschriebenen Medikamente, wie etwa Substitol, sind zur per oralen Einnahme bestimmt. Sobald diese Medikamente i.v. genommen werden, sind die Auswirkungen auf den Körper nicht absehbar. Die von Ihnen beschriebenen Symptome, wie etwa Schmerzen, Vergesslichkeit, Einschränkungen der Sehleistung und Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, können alle vom i.v. Konsum von Substitol kommen. Gerade nach einem so lange bestehenden i.v. Konsum sind die Auswirkungen auf den Körper und Geist oftmals eindrücklich. Die Zeit für eine stationäre Therapie rechnet sich längerfristig auf jeden Fall, ambulant ist eine solche Umstellung oftmals schwierig. Wenden Sie sich an eine Spezialeinrichtung für Opiatabhängige und planen Sie einen stationären Aufenthalt, um vom i.v. Konsum wegzukommen. In Österreich gibt es auch die Möglichkeit diese Therapie auch in einem anderen Bundesland zu machen, sollten Sie Bedenken haben.

Mit freundlichen Grüßen
Prim. Dr. Michael Willis – Krankenhaus Maria Ebene