Autor Thema: Führerscheinentzug Cannabis  (Gelesen 347 mal)

Anon

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Führerscheinentzug Cannabis
« am: 08 März 2018 »
Hallo,

mir wurde vor 3 Monaten der Führerschein wegen Cannabias entzogen (keine Vorstrafen oder sonstige Auffälligkeiten bisher). Habe gelegentlich zur Selbstmedikation von  starken Rückenschmerzen konsumiert. Seit der Abnahme des FS habe ich weder das verlangen noch die Intention weiter zu konsumieren und habe mich auch wegen den Rückenschmerzen wieder in Orthopädische Behandlung begeben. Nichtsdestotrotz wurde mir vom Amtsarzt eine VPU sowie ein Psychiatrisches Gutachten auferlegt.

Da ich ab März 2019 Beruflich für ein Jahr im Ausland tätig bin, habe ich jetzt ein riesen Problem bezüglich meiner beruflichen Zukunft, da ich meine Aufgaben dort ohne Führerschein nicht wahr nehmen kann.

Daher meine Frage, welcher Psychiater in Vorarlberg oder Tirol wirklich Objektiv an die Problematik heran geht und Cannabis-Konsumenten nicht von vornherein Aburteilt (was meinen Informationen nach wohl doch vorkommen mag).

Sollte ich eine Befristung des Führerscheins oder Drogentest für länger als ein Jahr durchführen müssen kann ich meinen Aufgaben nächstes Jahr nicht nachkommen und müsste dies nun irgendwie meinem Arbeitgeber erklären....


ME-Redaktion

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Antw:Führerscheinentzug Cannabis
« Antwort #1 am: 09 März 2018 »
Lieber Anon,

zu Ihrer Frage, welcher Psychiater in Tirol oder Vorarlberg wirklich „objektiv“ an die Problematik heran geht, kann ich Ihnen nur mitteilen, dass ungeachtet der Person des begutachtenden Facharztes jeder zur „Objektivität“ verpflichtet ist und sich bei der Beurteilung Ihrer Verkehrszuverlässigkeit an den bestehenden Fakten zu orientieren hat.

Es ist aber wohl mit einiger Sicherheit davon auszugehen, dass bei positiv absolvierter VPU die gesundheitsbezogene Maßnahme bis März 2019 abgeschlossen sein sollte, wenn Sie bis dahin Drogenkarenz nachweisen können und das fachärztliche Gutachten nicht aus anderen Gründen erhebliche Zweifel an Ihrer Verkehrszuverlässigkeit aufkommen lässt. Aber damit ist – so wie Sie Ihre Reaktion auf die FS-Abnahme beschreiben – wohl nicht zu rechnen.

Informieren Sie die erkennende Behörde jedenfalls auch über Ihre beruflichen Pläne, auch wenn diese „privaten“ Gründe nicht in die Beurteilung Ihrer Verkehrszuverlässigkeit Einfluss nehmen können. Natürlich haben Sie auch immer die Möglichkeit, gegen erlassene Bescheide der Bezirksverwaltungsbehörde ein Rechtsmittel zu ergreifen und sich gegebenenfalls dabei auch anwaltlich vertreten zu lassen.

Freundliche Grüße,
Wilfried Partl - Beratungsstelle Clean Bregenz