Autor Thema: Einspruch?  (Gelesen 36 mal)

Roman87

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Einspruch?
« am: 23 Oktober 2017 »
ich bin einschlägig wegen SMG-Verstöße vorbestraft, zweimal §28, einmal §27 letztes Urteil war 2008, bei §28 jeweils die Mindeststrafe, da ich offensichtlich nie gedealt, sondern gegenüber falschen Freunden nicht nein sagen konnte. Leider hilft mir das wenig. In dieser Zeit war ich nie Erwachsen, lediglich junger Erwachsener ab dem zweiten Urteil.

Seit meiner Entlassung 2009 wohne ich in einem ordentlichen Haushalt und habe ich mich wieder bestens in die Gesellschaft unserer kleinen Gemeinde integriert. Dann habe ich die HBLVA für Chemische Industrie entgegen allen Erwartungen abgeschlossen und studiere seit 2013 erfolgreich Technische Chemie, wobei ein Hintergedanke, der gegen eine Arbeit sprach, die spätere Tilgung meiner Vorstrafen aus dem Leumund war.

Als jedoch mein jüngster Bruder letztes Weihnachten nach 2-jähriger Therapie ohne Vorwarnung heimkam und erzählte, dass er nicht mehr arbeiten gehe und wieder rückfällig sei, waren die nächsten Monate bis zum dem Vorfall, den ich Ihnen gleich kurz schildere, für meine Großmutter und mich psychisch die Hölle. Er hatte regelmäßige Überdosen, Rettung ständig im Haus, Wiederbelebung meinerseits erforderlich, Wegweisungen, usw. Jetzt ist er wieder beim Grünen Kreis und darf nicht mehr zu uns ins Haus zurück.

Kurz nach seiner Abwesenheit fand meine Großmutter eine Baggy mit etwa 1 g Marihuana, wobei ich gesagt habe, dass ich es verschwinden lasse.
Dummerweise hielt ich mich einige Zeit an der Josefstädterstraße neben der U-Bahn Station, stand etwa 20 Meter Abseits der Szene ums Eck hinter dem Würstelstand auf und baute bereits meinen Roller auf, um wieder weiterzufahren, da ich sehr schüchtern bin und niemals von mir aus jemanden ansprechen würde. Kurz vorm wegfahren kam ein verdeckter Ermittler und fragte, ob ich Gras dabei habe und da ich grundsätzlich Ermittler erkenne, indem ich auf die geschnürten Schuhe usw. achte habe ich gedacht, dass er mich auffordert es herauszugeben. Er lies sich nichts anmerken und ich war mir nicht sicher was ich machen soll. Er nahm dann das Gras, gab mir 10€ und verschwand wieder.
Da ich schon damit gerechnet habe, dass die Polizei gleich auf mich zukommt, habe ich ca. 5 Minuten gewartet und bin dann eher langsam mit dem Roller weggefahren, bis mich einer der Ermittler von hinten filmreif niederriss, am Boden fixierte und festgenommen hat.

Jetzt hatte ich die Hv vor 3 Wochen, letzten Freitag ging diese weiter, da ich damit nicht einverstanden war, dass diese Übergabe für viele Menschen wahrzunehmen wäre, was so im Polizeibericht steht. Dazu wurde dieser Ermittler am Freitag befragt, natürlich log er bis sich die Balken bogen. Ich weiß aber, da ich als Angeklagter lügen darf und der Polizist nicht, dass der Richter diesen Glauben schenken muss, da er ja sonst gegen ihm vorgehen müsste.

Ich wurde jetzt zu 7 Monaten auf 3 Jahre Probezeit/Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von € 460 verurteilt. Der Staatsanwalt nahm sofort an, ich nahm mir die 3 Tage Bedenkzeit. Da diese 3 Tage jedoch soweit ich mitbekommen habe, heute montags endet, habe ich nicht mehr viel Möglichkeiten, ohne einer juristischen Einschätzung zu berufen.
Verschiedene Bewährungshelfer und Sozialarbeiter die ich kenne, haben mir eine geringere Strafe prophezeit und für eine Rechtsberatung gab es keine freien Termine mehr. Jetzt stehe ich da und weiß nicht, ob ich weitere Schritte veranlassen soll.

Das Wichtigste wäre mir, dass ich ein Urteil bekomme, dass nicht im Leumund aufscheint.

Meine Bedenken an der Richtigkeit in diesem Verfahren:

Der verdeckte Ermittler sprach mich an. (den Rest habe ich oben beschrieben)
Der verdeckte Ermittler sagte beim 2.termin aus, dass ca. 6 Leute beim Würstelstand waren, obwohl dort wenns hoch kommt jede 5 Minuten eine Person was kauft, wenn überhaupt.
Der Ablauf fand an einer Stelle ab, wo wenige bis keine Menschen diese Tat wahrnehmen hätten können, Videoaufzeichnungen sind dort ja vorhanden.
Mir wurde zu keiner Zeit ein Rechtsanwalt zur Seite gestellt, noch angeboten oder sonstiges.
Die Strafe ist meiner Meinung nach wegen 1g zu hoch, wenn man meine jetzige Lebenssituation und positiven Wandlung einbezieht.


Ja, ich habe 10 Jahre alte einschlägige Vorstrafen, habe seither aber keine Verurteilung mehr gehabt. Ein Bewährungshelfer und ein Sozialarbeiter fragten sich, ob bei 1 g Netto überhaupt eine Anklage erhoben werden darf und sprachen darüber, so auf die Art: ,,Welche Strafe sollen die dir schon geben, 1 Monat auf 1 Monat´´ und lachten sich dumm und dämlich.

Da die Juristerei sehr kompliziert werden kann und zwischen Recht haben und Recht bekommen vor Gericht leider Welten dazwischenliegen, brauche ich dringend eine kompetente juristische Einschätzung, wie meine Chancen stehen und ob ich eine Revision beantragen soll. Besonders weil ich mir auch nicht sicher bin, ob die Strafe am OLG nur geringer oder auch höher ausfallen könnte, wenn der Staatsanwalt bereits das Urteil angenommen hat, da ich eine unbedingte Haftstrafe nicht riskieren kann.

Kann in diesem Fall die Strafe höher werden?
Kann man die Bedenkzeit noch rauszögern, damit ich noch überlegen kann? Ich meine, dass 3 Werktage die Bedenkzeit beträgt, habe aber in Erinnerung, dass Montag genannt wurde.

Ich weiß, dass es jetzt schon sehr kurzfristig ist.
Sollten Sie bereits ausgelastet, verstehe ich das natürlich.

In diesem Fall wäre es nett, wenn Sie mir in kurz die gelbunterlegte Frage beantworten könnten, damit ich eine Entscheidung mit Gewissen treffen kann. Im Falle einer Revision komme ich natürlich auf Sie zurück.

Ich könnte Ihnen für eine bessere Einschätzung auch die Unterlagen zukommen lassen und über ein Honorar sprechen.
Die Geldstrafe wäre so vielleicht besser investiert!
Die Akte ist wirklich sehr klein, ich habe etwa 10 Seiten mit Gerichtsprotokoll und Einvernahme...


Mit besten Grüßen
« Letzte Änderung: 23 Oktober 2017 von ME-Redaktion »

ME-Redaktion

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Antw:Einspruch?
« Antwort #1 am: 23 Oktober 2017 »
Hallo Roman,

die Antwort fällt leider sehr kurz aus. Unsere Beratungsstelle kann und darf leider keine juristischen Ratschläge erteilen da bei uns eben keine Juristen arbeiten.

Kontaktiere bitte einen Anwalt.

Freundliche Grüße
Thomas Halbherr, M.A. - Beratungsstelle Clean Bregenz