Autor Thema: Alkoholismus B1, B6,B12  (Gelesen 353 mal)

Hubert

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Alkoholismus B1, B6,B12
« am: 28 März 2017 »
Hallo, ich habe eine ziemlich ungewöhnliche Frage.
Ich bin Alkoholiker und habe gerade meinen stationären Entzug hinter mir.Während meines Aufenthaltes im Krankenhaus wurden mir die Zellschutzfaktoren B1,B6 und B12 verabreicht.

Frage 1 : Ist es sinnvoll bei weiterer Alkoholabstinenz die o.g. Zellschutzfaktoren weiterhin einzunehmen oder freut sich  darüber nur mein Apotheker (Geld, Geld Geld) ?

Frage 2 : Ich habe bei einem Gespräch mit meinem behandelden Arzt die Info bekommen,das Baclofen (medikament gegen MS) den Suchtdruck dämpfen oder sogar aufheben kann...

Entspricht dies den Tatsachen oder nicht ?

Ich habe auch meinen Apotheker daraufhin angesprochen der dies aber nach Rücksprache mit seinem Kollegen nicht bestätigen konnte.

Was entspricht nun den Tatsachen ? (Baclofen ) Gibt es ein Medikament das den Suchtdruck aufheben kann.

Wäre dankbar für ein Feedback...

Gruß Hubert

ME-Redaktion

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Antw:Alkoholismus B1, B6,B12
« Antwort #1 am: 05 April 2017 »
Lieber Hubert!

anbei die Antworten auf Ihre Fragen:

Frage 1 : Ist es sinnvoll bei weiterer Alkoholabstinenz die o.g. Zellschutzfaktoren weiterhin einzunehmen oder freut sich  darüber nur mein Apotheker (Geld, Geld Geld) ?

Antwort: Normalerweise reichen jene B-Vitamine die wir mit der gewöhnlichen Nahrung zu uns nehmen völlig. Nur wenn Sie noch unter Schädigungen der Nerven leiden (z.B. Gefühlsstörungen, Schwäche der Beine, sogenannte Polyneuropathie), ist ein zusätzliches Vitamin B-Präparat sinnvoll.

Frage 2 : Ich habe bei einem Gespräch mit meinem behandelden Arzt die Info bekommen,das Baclofen (medikament gegen MS) den Suchtdruck dämpfen oder sogar aufheben kann...

Antwort: Mit keinem Medikament kann man die Sucht lösen. Medikamente sind lediglich ein Hilfsmittel. Baclofen ist dann sinnvoll, wenn man die Abstinenz nicht schafft und die konsumierte Menge wenigstens reduzieren will. Die Erfolge sind allerdings mäßig. Gegen das sogenannte Craving (= Alkoholgier) sind Medikamente wie Campral oder Nemexin sinnvoller. Hier wäre es allerdings wichtig, dass die Einstellung über eine Suchtambulanz oder einen Facharzt erfolgt. Wenn es hingegen hingegen um Alkoholaversion (also um Unverträglichkeitsreaktionen nach Konsum), ist es Antabus.

Mit besten Grüßen und alles Gute
Chefarzt, Univ.-Prof. Prim. Dr. Reinhard Haller - Krankenhaus Maria Ebene