Autor Thema: Substitution / Führerschein  (Gelesen 258 mal)

Marion 88

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Substitution / Führerschein
« am: 22 Februar 2017 »
Hallo, ich habe folgende Frage:

Ich habe eine Drogenvergangenheit ... bin von sämtlichen Drogen seit 5 Jahren zu 100% weg ... und werde seit 5 Jahren ausschließlich(!!) substituiert.

Bis vor fast 2 Jahren bekam ich tgl. 800Mg Substitol ... habe damals entzogen ... und nehme seither 180Mg Mundidol.

Nun machte ich vor 1 Jahr der Führerschein, welcher mir  -nach fachärztlicher Beurteilung-  dann befristet für 1 Jahr ausgestellt wurde, mit der Auflage eines 1/4-jährlichen Drogen (Urin)-Tests.

Jetzt ... nach 1 Jahr muss ich WIEDER zur amtsärztlichen Untersuchung ... WIEDER wird ein psychiatrisches Gutachten verlangt ... damit ich WIEDER den Führerschein befristet(!) erhalte ... mit WIEDER 1/4-jährlicher Harnkontrolle.

Dieses ganze Prozedere (Urinkontrollen, Amtsarzt, Psychiater, usw.)  kostet mich somit JÄHRLICH EUR  500,- bis 600,-.

Meine Frage ist daher, ob "dies" ein Leben lange so bleibt ... oder ob es nicht "ehebaldigst" die Erkenntnis gibt, dass ich seit JAHREN keine Drogen nehme ... KEINE Rückfallgefahr besteht ... damit ich den Führerschein unbefristet erhalten kann.

Vielen Dank,


ME-Redaktion

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Antw:Substitution / Führerschein
« Antwort #1 am: 23 Februar 2017 »
Hallo Marion,

danke für Deine Anfrage.

Grundsätzlich ist es so, dass der Amtsarzt als Sachverständiger die Begutachtung macht und je nach Sachlage zusätzlich ein verkehrspsychologisches und/oder fachärztliches Gutachten bzgl. der Lenkereignung einholt, welches dann auch bspw. in Bezug auf die sg. Auflagen entsprechend berücksichtigt wird.

Eine Befristung des Führerscheines und Kontrolluntersuchungen/Harntestungen über den Amts- bzw. Facharzt sind nicht ungewöhnlich.

Dies sollte aber, wenn alles gut verläuft – wie Du es unten dargestellt hast – nicht „ ein Leben lang so bleiben“.  In jenen Fällen, welche uns als Beratungsstelle in Vorarlberg bekannt sind, ist es vielfach so, dass dann die Auflagen reduziert werden bzw. die Befristung ganz fällt.

In der Regel ist es auch so, dass in der Folge kein zweites psychiatrisches Gutachten, sondern lediglich eine psychiatrische Stellungnahme zu erfolgen hat, was wesentlich kostengünstiger sein sollte. Natürlich sollte dies alles durch denselben Arzt erfolgen.

Hinzu kommt, dass im Rahmen einer Substitutionsbehandlung in der Regel auch Harntestungen auf Drogen erfolgen und diese Ergebnisse sollten auch für die Behörden im Rahmen einer Führerscheinauflage Verwendung finden können.

Es gibt natürlich auch hier Spielräume im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bzw. die geübte Praxis kann zwischen verschiedenen Bezirkshauptmannschaften bzw. Bundesländern variieren, im Zweifelsfall besteht aber  immer noch die Möglichkeit, einer anwaltlichen Beratung im konkreten Fall.

Mit besten Grüßen,
Mag. Michael Lipburger - Beratungsstelle Clean Bregenz