Autor Thema: Partner von Suchtkrankem - An Suchtkranke/Exsuchtkranke  (Gelesen 3183 mal)

Alraun

  • Gast
Hallo,

ich habe ein paar Fragen die ich an Sucht- bzw. Exsuchtkranke, die in einer Beziehung leben/lebten, stellen möchte: Habt ihr nach einer Therapie eure Beziehungen weiterführen können?

Habt ihr vl festgestellt, dass ihr im Grunde keine Gefühle für eure Partner hattet?

Oder wart ihr vl froh dass es sie gibt und trotz allem zu euch gehalten haben ?

Es ist so, dass mein Mann sich momentan in einer Therapie (Phase: absolute Kontaktsperre)befindet, ich habe einfach wahnsinnig Angst, dass er nicht in der Lage ist mit mir nachher noch zusammen zu sein, wir haben eine kleine Tochter und ich habe wahnsinnig Angst ihn zu verlieren... dieses "in der Luft zu hängen" nicht zu wissen was er fühlt, ist wahnsinnig schwehr, ich kann mich nicht richtig auf meine Tochter konzentrieren wenn man in Gedanken ständig abschweift..

Ich habe schon soviel mit ihm durchgestanden, ich bin bereit alles für ihn zu geben, aber ich kann gar nicht sagen ob er das überhaupt erkennt, bzw. ob er es schätzen kann..

Ich selber habe keine Sucht, ich wünsche mir einfach eine Familie die nüchtern und klar bis ans Ende unserer gemeinsamen Tage das Leben erlebt ..

Es würde mich freuen vl zu hören, dass es Paare gibt, die sowas schaffen..

Danke :)

ME-Redaktion

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4.197
Liebe Alraun! Ich will Ihnen aus Sicht einer Psychotherapeutin schreiben, die schon jahrelang Menschen und auch Paare begleitet, von denen einer suchtkrank ist.
Ein Süchtiger wird in der Therapie sehr viel lernen was Gefühle anlangt, wieder zu spüren, auszuhalten, sich auszudrücken. Dadurch kann vieles auch in einer Beziehung in Bewegung kommen, alte Muster können weder alleine noch als Paar mehr gelebt werden. Es kann sich vieles in der Beziehung verändern, muss sich vielleicht auch. Ich denke, dass Ihnen Ihre Fragen niemand Außenstehender wirklich beantworten kann. Sie können sich nur selbst auch auf den Weg machen. Das könnte vielleicht heißen, sich mit Ihren Ängsten auseinanderzusetzen, dazu auch Unterstützung anzunehmen und dann gemeinsam mit Ihrem Mann diesen Weg auch zu gehen. Vielleicht ist es ja auch möglich nach der Kontaktsperre in der Therapiestation Paargespräche begleitet von einem Therapeuten zu führen.
Ich möchte Sie ermutigen, dass Sie sich Unterstützung holen.
Wir machen die Erfahrung, dass es für alle am hilfreichsten ist, wenn Sie dort, wo Sie stehen auf den Weg machen – Ihr Mann in der stationären Therapie und Sie vielleicht in einer ambulanten Beratungsstelle.

Mag. Christine Köhlmeier, Beratungsstelle Clean Feldkirch