Autor Thema: schmerzmittel  (Gelesen 3783 mal)

Astarte13

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schmerzmittel
« am: 17 April 2006 »
hallo zusammen, ich glaube (eigentlich weiss ich es), ich bin schmerzmittelabhängig, genauer gesagt nehme ich schon seit langem tramal. was soll ich tun, um von diesem zeug runter zu kommen?? bitte hilfe. auf was muss ich mich da einstellen wg. physisch-und psychischem entzug, wird das schlimm?? hab angst davor..... danke schon mal im voraus!

ME-Redaktion

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Re: schmerzmittel
« Antwort #1 am: 19 April 2006 »
Wir freuen uns, dass du den Mut gefunden hast in unser Forum zu schreiben. Vorab gibt es einige Fragen, die zu klären wären z.B. wie hoch ist die tägliche Dosis Tramal, die Du nimmst? Hast bzw. hattest Du am Beginn der Einnahme von Tramal wirklich Schmerzen? Je nachdem ist es möglich, dass Du mit anderen, nicht abhängig machenden Schmerzmitteln schrittweise herunter dosiert wirst. Dies müsste auf jeden Fall von einem erfahrenen Psychiater begleitet werden. Bei entsprechender Vorsicht, Mitarbeit und Motivation von Deiner Seite müsste dieses Ziel ohne größere Probleme und Entzugserscheinungen erreichbar sein. Alles Gute!

Astarte13

  • Gast
Re: schmerzmittel
« Antwort #2 am: 20 April 2006 »
Hallo zusammen,
vielen dank für euren zuspruch. angefangen hat das ganze "theater" durch einen schweren autounfall, den ich hatte. ich lag einige wochen in der klinik, dort bekam ich Tramal. Ich hatte sehr grosse Schmerzen, wurde auch einige Male operiert! das ist inzwischen ca. 3 jahre (!!) her. seitdem nehme ich eigentlich, mit einigen unterbrechungen, ständig dieses schmerzmittel, ausschliesslich. anfangs wirklich nur wegen den schmerzen. ich habe aber gleich mal gemerkt, dass die tabletten eine, für mich, sehr angenehme nebenwirkung haben, ein sehr feines, zufriedenstellendes gefühl. einige zeit nahm ich ganz viel von den dingern, habe mich aber das letzte jahr selber kontinuierlich herabdosiert. ich nehme momentan täglich zwei 200mg. die dosis war schon um ein mehrfaches höher....
sind sie immer noch der meinung, dass ich ohne entzugserscheinungen von den tabletten wegkomme?? nach so langer zeit und der dosis? ich habe angst, was da auf mich zukommt! können sie mir infos über einen entzug während eines künstlichen schlafs zukommen lassen? ich habe davon gehört, klingt für mich sehr interessant. dann spür ich wenigstens körperlich nichts. vielen dank derweil, ich bin echt froh, dass ich mit ihnen sprechen kann. danke.

ME-Redaktion

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Re: schmerzmittel
« Antwort #3 am: 25 April 2006 »
Hallo Astarte13, Tramal gehört zur Gruppe der Opiate und die Abhängigkeit ist eher mit einer Morphinabhängigkeit vergleichbar als mit typischen Schmerzmitteln, die aus einer anderen chemischen Gruppe stammen. Grundsätzlich muss sich jemand im Entzug auf Symptome einstellen, die dem Opiatentzug entsprechen: Unruhe, Nervosität, ev. auch Schmerzen, Krämpfe oder Verdauungsstörungen. Ein kalter Entzug ist sicher schwierig, leichter geht es mit professioneller, ärztlicher Hilfe. Im stationären Bereich würden wir Subutex und ein Beruhigungsmittel verordnen, dann würde es wahrscheinlich relativ glimpflich abgehen. Über praktische Erfahrungen des künstlichen Schlafs verfügen wir nicht und kennen auch niemanden in unserem Umfeld, der diese Behandlung anbietet.