Autor Thema: spielsucht  (Gelesen 3775 mal)

Brigitte

  • Gast
spielsucht
« am: 16 April 2009 »
Hallo!

Ich bin seit 7 Monaten mit einem Mann zusammen, der spielsüchtig ist. Zuerst hat er es verheimlicht, nach einiger Zeit haben bei mir jedoch die Alarmglocken geschrillt und irgendwann, vor ca. 4 Monaten hat er seine Sucht (unter Vorbehalten) zugegeben.
Längere Zeit dachte ich, er hätte seine Sucht "im Griff", bis dann vor ca. 1 Monat das jähe Erwachen kam - er wurde wegen Diebstahls in die JVA Feldkirch eingeliefert. Beschaffungskriminalität, um sich das Spielen finanzieren zu können.
Natürlich war ich sehr schockiert - bin es immer noch. Trotzdem bin ich froh, dass man ihn erwischt hat - wer weiß über welche "Schatten" er sonst noch gesprungen wäre um Geld zu beschaffen...
Wir haben - trotz erschwerender Umstände - viel miteinander gesprochen und nach langem Überlegen kam ich zu dem Schluss, dass ich ihm noch eine Chance geben möchte. Ich weiß, dass er mich liebt und ich habe das Gefühl, dass ihm jetzt alles WIRKLICH leid tut (und er es nicht spielt). Er möchte auch gerne eine Therapie machen (das erste Mal, dass er davon spricht), was jedoch im Gefängnis sehr schwer zu machen ist.
MIR wäre jedoch wohler, wenn er schon WÄHREND seiner Haftzeit anfangen würde, sein Leben zu verändern, wenn er sich seiner Vergangenheit stellt.
Meine Fragen an Sie: Gibt es eine Möglichkeit im Gefängnis eine Therapie zu machen - bzw. Therapie statt Strafe, wie es auch bei Alkoholismus und Drogensucht zum Teil möglich ist?
Können Sie mir irgendeine Literatur zum Thema Spielsucht empfehlen, damit ich diese Krankheit besser verstehen kann? Ich habe das Internet durchgeforstet, aber irgendwie habe ich nicht sehr viel gefunden.
Es sind so viele Fragen die ich mir stelle und irgendwie finde ich keine Antworten darauf.
Welche "Therapieform" wird bei Spielsucht angewandt?
Ich bin schon seit längerer Zeit selber in Therapie (Schicksalsschlag, mit dem ich nicht mehr alleine klarkam) und fühle mich bei meiner Therapeutin sehr wohl. Sie wird mir gewiss auch helfen, nicht in eine Coabhängigkeit zu geraten, weil ich (glaub ich) dafür sehr anfällig wäre.
Nur ist das Thema "Sucht" nicht ihr Fachgebiet und deshalb wäre ich um Ihre Hilfe sehr dankbar!!!

Danke schon im Voraus, Brigitte

Redaktion

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Re: spielsucht
« Antwort #1 am: 16 April 2009 »
Liebe Brigitte!

Es gibt bei Spielsucht keinen Paragraphen Therapie statt Strafe.  Es besteht schon die Möglichkeit, dass ein Gutachten eingefordert wird und der Richter kann dies einbeziehen.

Es wäre sicher gut, wenn sie sich persönlich an mich wenden. Ich kann ihnen Literatur empfehlen und könnte ihren Freund auch im Gefängnis besuchen.

E-Mail-Adresse: christine.koehlmeier@mariaebene.at

Mit vielen Grüßen

Christine Köhlmeier
Stellenleiterin Clean Feldkirch