Autor Thema: Sex & Kokain  (Gelesen 8913 mal)

Andrè

  • Gast
Sex & Kokain
« am: 19 November 2005 »
Hallo, meine Frage wäre: Wenn das Verlangen nach Sex, nach längerem Konsum nachlässt oder gar gänzlich abflacht, kommt das Verlangen wieder oder ist es nicht mehr zu "reparieren"? Kann und wird sich der Körper wieder fangen bzw./ oder regenerieren?

Danke im Voraus für die Antwort! Alles Gute.  MfG, Andrè

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Re: Sex & Kokain
« Antwort #1 am: 22 November 2005 »
Hallo André, die Sexuallust ist das stärkste Lustgefühl, das der Mensch verspüren kann. Durch die Drogeneinnahme kann ein entsprechendes Gefühl noch verstärkt beziehungsweise verlängert werden. Durch die hohe Dosierung kommt es zu einer Überschwemmung des Gehirns mit Kokain und dann folgend mit dem Dopamin. Am häufigsten wurde berichtet, dass Kokain eine Steigerung des sexuellen Lustgefühls und eine Intensivierung der erotisch-sexuellen Empfindsamkeit bewirke. Die Erwähnung einer sinnlich-sexuellen Komponente tritt dagegen seltener auf. Beim Absetzen von Kokain kommt es zu Entzugssymptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Depressionen, allgemeine Verstimmung, mangelnde Energie sowie sexuelle Lustlosigkeit.

Diese Entzugserscheinungen können über Wochen bestehen bleiben. Noch weit über diesen Zeitraum hinaus besteht aber weiterhin ein starkes Verlangen nach der Substanz (Craving), das die Rückfallgefahr entsprechend vergrößert. Es kann außerdem während des Entzugs zu schwersten Depressionen mit Selbstmordgedanken kommen.

Als dauerhafte Folgen eines Gebrauchs von Kokain können die Halluzinationen der optischen, akustischen und taktilen Art bestehen bleiben. Psychische Folgen können Ängste aller Art, Depressionen, Schuldgefühle, Suizidgedanken und Psychosen sein. Durch die Toleranz folgen Antriebsstörungen. Körperliche Zeichen können eine Impotenz sein. Kardiale Auswirkungen können zu einem akuten Myokardinfarkt und zu Arrhythmien führen. Weitere Folgen der Droge können sich in der Ruptur der Aorta ascendens, Subarachnoidalblutungen, Apoplexien und eine intestinale Ischämie sein

Ein stationärer Entzug ist dringend zu empfehlen, wenn
1. die ambulante Entwöhnung scheitert
2. oder depressive bzw. psychotische Symptome vorliegen
3. oder man sich in einem exzessiven Konsumstadium im Wechsel von Euphorie und Depression
befindet.

An den stationären Entzug sollte eine ebenfalls stationäre Entwöhnungsbehandlung anschließen. Diese dauert individuell angepasst meist mehrere Monate und weist durch den Einsatz eines breiten Spektrums an psycho- und soziotherapeutischen Verfahren gute Erfolge auf. Für eine gute Prognose spricht insbesondere der Verbleib in der Therapie.