Autor Thema: spielsucht  (Gelesen 3684 mal)

anonym

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spielsucht
« am: 06 März 2008 »
Ich habe ein Problem. Eine Verwandte von mir ist seit einigen Jahren spielsüchtig und ich habe es erst vor kurzem herausgefunden. Ich habe sie auch oft gedeckt und niemandem gesagt, wenn sie wieder spielte im Internet. Sie hat sich auch schon sehr viel Geld ausgeliehen um spielen zu können (ich vermute, dass sie es zum spielen brauchte). Jetzt möchte ich sie darauf ansprechen, aber wie mache ich das? Sie vertraut mir voll und ganz, aber ich kann das nicht mehr länger ansehen. Ihre Spielsucht fällt auch finanziell auf mich zurück.

Ich bitte um einen Rat, wie ich sie dazu bringen kann eine Therapie zu beginnen und auch durchzuziehen.

ME-Redaktion

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Re: spielsucht
« Antwort #1 am: 11 März 2008 »
Hallo lieber User, unsere Fachfrau für Spielsucht wird so schnell wie möglich Ihre Frage im Forum beantworten. Danke für Ihre Geduld!

ME-Redaktion

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Re: spielsucht
« Antwort #2 am: 11 März 2008 »
Liebe Forumteilnehmerin! Es ist sehr wichtig, dass Angehörige aus dem Versteckspiel aussteigen. Diejenigen, die von der Sucht direkt betroffen sind, haben keinen Grund etwas zu verändern, wenn sie gedeckt werden und ihnen auch noch finanzielle Mittel von anderen zur Verfügung stehen. Sie müssen sich vorstellen, dass Geld die Droge eines Spielsüchtigen ist. Einem Drogenabhängigen möchten wir auch nicht die Droge zur Verfügung stellen.
Ich weiß, es ist so schnell geschehen, dass man in ein Verhalten hineinkommt jemanden zu decken, weil man ihm auch vertraut, den Versprechungen aufzuhören auch glauben schenken will. Es ist kein Vertrauensbruch diesem Menschen gegenüber, wenn sie nicht mehr mitspielen sondern sie ermöglichen ihm dadurch zur Sucht zu stehen. Dies ist der erste Schritt an einer Veränderung zu arbeiten.
Als erste Schritte würde ich nicht mehr decken, kein Geld mehr geben und Adressen, Telefonnummern für Beratungsstellen überreichen.

In den meisten Beratungsstellen können sie als Angehörige auch mitgehen bzw. finden dort auch Ansprechpersonen, die ihnen zur Verfügung stehen. Für ihre Verwandte ist es vielleicht auch leichter einmal hinzugehen, wenn sie mitgehen. Es ist oft ein guter Anfang möglich, wenn sie wirklich verlangen, dass sie mitgeht. Ob die Person dann eine Therapie macht ist noch nicht gesagt. Mit diesem Schritt ist eine große Hürde bewältigt. Sollte dies nicht möglich sein, können sie sich  in einer Beratungsstelle beraten lassen wie sie es schaffen können noch klarer dieser Verwandten gegenüber zu sein.

Falls sie in ihrer Umgebung keine Beratungsstellen kennen, können wir gerne behilflich sein. Es waren nur einige Gedanken ? wenn sie noch mehr schreiben wollen, können sie sich auch direkt an mich  wenden.

Mit vielen Grüßen
Christine Köhlmeier ? Clean Feldkirch
christine.koehlmeier@mariaebene.at