Viele Pläne auch für die Zeit danach im Gepäck

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frastanz. (VN-mm) „Ich habe meine Schuldigkeit getan“, resümiert Univ.-Prof. Primar Reinhard Haller (65) über seine Tätigkeit als Chefarzt des Suchtkrankenhauses Maria Ebene. Mit Jahresende wird er deshalb seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Allerdings dürfte es eher ein Unruhestand werden, denn der Russ-Preis-Träger und VN-Kommentator will die „Gnade der Gesundheit“ nutzen und weiterhin aktiv bleiben, vor allem als Schriftsteller. Außerdem plant Haller die Einrichtung einer Praxis für Psychotherapie, und auch als Gerichtsgutachter möchte er in eingeschränktem Umfang noch tätig sein. „Ich habe eher das Problem von zu vielen Plänen“, meint er. Andererseits ist Arbeit für Reinhard Haller das beste Mittel gegen das Altern. Die Primarstelle wurde indes bereits ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar 2017.

Ein langes Ärzteleben

Insgesamt 35 Jahre war Reinhard Haller auf Maria Ebene tätig, davon 33 Jahre als Chefarzt. Eigentlich wollte er bereits mit 60 in Pension gehen, doch der Umstand, dass es speziell für den Fachbereich der Psychiatrie sehr schwierig ist, Ärzte zu finden, habe ihn zum Bleiben bewogen. Doch jetzt soll Schluss sein. „Es schadet nicht, wenn auf Maria Ebene frischer Wind einkehrt“, meint Reinhard Haller. Das Krankenhaus stehe mit 150 Mitarbeitern gut da, alle Bauvorhaben konnten durchgezogen werden. Letzteres war ebenfalls ein Grund, den Ruhestand hinauszuschieben.

Jetzt geht es darum, einen Nachfolger für den versierten Mediziner zu finden. „Zu den Hauptaufgaben der neuen Chefärztin bzw. des neuen Chefarztes zählen die Leitung des Krankenhaues sowie der anderen Therapiestationen und Beratungseinrichtungen der Stiftung Maria Ebene. Das sind die Clean-Stellen in Bregenz, Bludenz und Feldkirch, Carina und Lukasfeld sowie die Werkstatt für Suchtprophylaxe“, erklärt Josef Fink, Präsident des Kuratoriums der Stiftung Maria Ebene. Darüber hinaus gehören die Weiterentwicklung und Koordination der medizinischen, therapeutischen und prophylaktischen Leistungen sowie die Entwicklung, Umsetzung und Koordination eigener medizinischer Projekte zum Aufgabenfeld.

Zielzeit 30. Juni 2017

Die Besetzung der Primarstelle erfolgt nach den für die Vorarlberger Krankenhäuser geltenden Bestimmungen. Der Landessanitätsrat prüft die bis 28. Februar 2017 eingegangenen Bewerbungen. „Das Kuratorium der Stiftung Maria Ebene nimmt dann eine Auswahl vor und lädt die Bewerber zu einem mehrstufigen Hearing ein. Das Kuratorium bestellt auch die neue medizinische Leitung“, sagt Fink. Ziel ist es, bis zum 30. Juni 2017 eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger für Haller zu finden. Der gibt ihr oder ihm unter anderem mit: „Neben der medizinischen Kompetenz gehört auch die Führung der Mitarbeiter zum Anforderungsprofil. Erfahrungen im Bereich der kooperativen und integrierenden Führungsarbeit bzw. in der Organisation und Koordination von aufgabenbezogenen Weiterbildungen sind hier sicher von Vorteil.”

(Quelle: Vorarlberger Nachrichten; Mi., 25. Januar 2017 – mm haller)