Jahresbericht 2012

print

Die Stiftung Maria Ebene präsentierte den Jahresbericht 2012. Die verantwortlichen Stellenleiter informierten über Zahlen, Daten und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres. Grundtenor: Sucht ist eine heilbare Krankheit und Vorarlberg entwickelt sich zur Vorzeigeregion – die Stiftung Maria Ebene ist das Kompetenzzentrum für Prävention, Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen.

Neben dem Präsident der Stiftung, Josef Fink, informierten Verwaltungsdirektor Mag. Günter Amann, Univ.-Prof. Primar Dr. Reinhard Haller sowie die Stellenleiter Mag. Johannes Rauch (Carina), Dr. Roland Wölfle (Lukasfeld), Mag. Michael Lipburger (Clean Bregenz) und Mag. Andreas Prenn (Supro) über die Entwicklungen und Fortschritte im Jahr 2012. „Herr und Frau Vorarlberger assoziieren mit der Maria Ebene das Krankenhaus. Nur die Wenigsten wissen, dass es die Stiftung Maria Ebene gibt, die das Dach über sämtliche Teilbereiche wie das Krankenhaus, Carina und Lukasfeld, die drei Clean-Stellen und die Supro bildet“, klärt Josef Fink, der Präsident der Stiftung Maria Ebene, auf: „In Zukunft kommunizieren wir bewusst als Stiftung Maria Ebene mit seinen verschiedenen Bereichen.“

Präsident Josef Fink: “In Zukunft kommunizieren wir bewusst als Stiftung Maria Ebene mit seinen verschiedenen Bereichen.” 

Verwaltungsdirektor Mag. Günter Amann präsentierte die erfolgreiche Bilanz 2012 sowie statistische Daten zur Stiftung Maria Ebene als Arbeitgeber, Ausbildungsstätte und Kompetenzzentrum für Suchtfragen: „Auch heuer wurden – wie die Jahre zuvor – sämtliche Vorgaben des Landes wie die Vereinbarung über die Höhe des Betriebsabganges und die Baubudgets eingehalten, beziehungsweise nicht voll ausgeschöpft.“ Im Jahr 2012 beschäftigte die Stiftung insgesamt 135 Mitarbeiter/innen, wobei der Frauenanteil bei 67 Prozent liegt.

Mag. Günter Amann: “Rückblick auf eine erfolgreiche Bilanz 2012.” 

 

Bild: Josef Fink (Präsident der Stiftung), Mag. Michael Lipburger (Clean Bregenz), Mag. Andreas Prenn (Supro), Mag. Christine Köhlmeier (Clean Feldkirch), Dr. Roland Wölfle (Lukasfeld), Mag. Johannes Rauch (Carina), Univ.-Prof. Primar Dr. Reinhard Haller und Mag. Günter Amann

Gemeinsame Zielverfolgung

Alle Teilorganisationen der Stiftung Maria Ebene verfolgten 2012 ein gemeinsames Ziel – das Kompetenzzentrum weiter zu entwickeln, am Puls der modernen Suchttherapie: Die Präventionsstelle Supro freut sich über den erfolgreichen Abschluss des Vorzeigeprojekts KENNiDI, während die Beratungsstelle Clean in Bregenz neue Räumlichkeiten beziehen konnte und die Sucht- und Drogenhilfe in Bregenz neu organisiert. Die Therapiestation Carina verzeichnet einen großen Erfolg in punkto Arbeitsintegration bei Therapieende. Die Therapiestation Lukasfeld nahm eine neue Entgiftungsstation mit 6 Therapieplätzen in Betrieb. Das Krankenhaus Maria Ebene rundet das ganzheitliche Angebot der Stiftung Maria Ebene ab: Ambulant wurden 947 Patienten betreut und stationär 628 Personen behandelt.

Vorarlberg ist Vorzeigeregion

Univ.-Prof. Primar Dr. Reinhard Haller, Chefarzt des Krankenhaus Maria Ebene, hob vor allem die Therapiequalität, die hohen Betreuungsstandards sowie das komplette Betreuungsangebot der Stiftung hervor. „Es gibt keine andere Institution, welche eine Präventionseinrichtung, Beratungsstellen, Ambulanzen, Krankenhausstationen und Wohngemeinschaften für Menschen mit Suchtproblemen unter einer Trägerschaft vereint. Wir behandeln alle Formen der Sucht, von Alkoholismus und Drogenabhängigkeit bis hin zu ‚neuen Süchten’ wie Spiel-, Internet- oder Kaufsucht“, erklärt Reinhard Haller und führt weiter an: „Wir können absolut sagen, dass sich Vorarlberg zur Vorzeigeregion entwickelt hat. Die Therapieformen umfassen die ganze Vielfalt moderner Medizin und Psychotherapie, womit der ganzheitlichen Betrachtung des krank gewordenen Menschen Rechnung getragen wird – denn Sucht ist eine Krankheit, die heilbar ist.“

Primar Reinhard Haller: “Für 2013 sind eine Kurzzeitintervention- und eine Krisenstation, sowie ein Therapieangebot für starke Raucher geplant.” 

Erfolgreiche Integration ins Berufsleben

Die Therapiestation Carina behandelt vorrangig Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und Traumata, die das Suchtmittel als Selbstheilungsmedikation einsetzen und dadurch abhängig werden. Insgesamt wurden 2012 bei einer 100%igen Auslastung 67 Patient/innen behandelt. Oft leiden diese unter einem hohen Autonomieverlust, daher wird u.a. die Arbeitsintegration als wichtiger Therapiebaustein für den Rückgewinn von Autonomie gesehen. „Ein großer Erfolg ist die Vermittlung unserer Patientinnen und Patienten nach Therapieende in den ersten Arbeitsmarkt: von 61 Personen, die 2012 eine Therapie abgeschlossen haben, fand über ein Drittel Arbeit. Nahezu die Hälfte der Personen nutzte Qualifizierungsangebote und besuchte Schulungen. Ein Großteil der jugendlichen Patientinnen und Patienten konnte entweder einen Schul- oder Lehrabschluss im Rahmen der Therapie erreichen. Ebenso erfreulich – alle Personen konnten in eine gesicherte Wohnsituation entlassen werden“, freut sich Mag. Johannes Rauch, Stellenleiter der Therapiestation Carina, über die Integration der Patient/innen ins Berufsleben.

Johannes Rauch: “Trends im stationären Bereich: Sucht im Alter und eine Zunahme an Persönlichkeitsstörungen. Sucht als Selbstheilung” 

Kapazitäten ausgebaut

Ein Meilenstein für die Therapiestation Lukasfeld, eine abstinenzorientierte Einrichtung für die stationäre Drogentherapie, waren 2012 die Eröffnung und die Inbetriebnahme der neuen Entgiftungsstation mit 6 Therapieplätzen. „Lange Wartezeiten auf eine Entgiftung oder gar das Ausweichen auf ein anderes Bundesland sind seit der Eröffnung Geschichte – schon in kürzester Zeit können wir die Betroffenen bei uns aufnehmen“, informiert der Leiter der Therapiestation Lukasfeld, Dr. Roland Wölfle. Seit der Aufnahme des Betriebs im Juni 2012 beläuft sich die Zahl der Entgiftungen auf 69 Personen, davon 2/3 Frauen, wobei 81,8 Prozent die Behandlung nach Plan abschlossen.

Dr. Roland Wölfle: “Eröffnung der neuen Entgiftungsstation.” 

Neuorganisation der Suchthilfe in Bregenz

Seit Frühsommer 2012 ist die Sucht- und Drogenhilfe in Bregenz neu organisiert. Arbeiteten zuvor die zwei Beratungsstellen Mika und Clean im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zusammen, wurde die Stiftung Maria Ebene Anfang des vergangenen Jahres mit der Konzeption und Neuorganisation beauftragt. „Die Auslastung ist in allen drei Clean-Beratungsstellen gleichermaßen hoch. Vor allem in der Zahl der Kurzkontakte zwischen Betroffener/Betroffenem und Bezugsperson ist ein unvorhersehbarer Sprung feststellbar: Suchten im Vorjahr 558 Personen die drei Beratungsstellen auf – sei es direkt, telefonisch oder über das Internet – so stieg die Zahl 2012 auf 808 Personen“, gibt Mag. Michael Lipburger, Leiter Clean Bregenz, einen Einblick.

Mag. Michael Lipburger: “Neuorganisation der Sucht- und Drogenhilfe in Bregenz.” 

Erfolgsprojekt KENNiDI

Auch die Supro – die Werkstatt für Suchtprophylaxe – verzeichnete einen Anstieg: 6.499 Personen, über 1.500 Personen mehr als im Vorjahr, nahmen ein Angebot bzw. eine Maßnahme der Supro in Anspruch. Der positive und verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol stand im Zentrum des Präventionsprojekts KENNiDI, eines der vielen Projekte von Supro, das von April 2009 bis September 2012 umgesetzt wurde. „In 76 von 96 Vorarlberger Gemeinden wurden Maßnahmen durchgeführt und damit 95% der Bevölkerung Vorarlbergs erreicht“, freut sich Mag. Andreas Prenn, Leiter der Supro. An über 100 Veranstaltungstagen waren der KENNiDI-Eventstand und die KENNiDI-Bar im Einsatz und 174.343 Kontrollbänder wurden an Veranstalter abgegeben.

Mag. Andreas Prenn: “2012 wurden mit KENNiDI und Gateway zwei erfolgreiche Projekte abgeschlossen.” 

Download (PDF, 889KB)