Besuch der Stiftung Suchthilfe St. Gallen

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Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Clean Feldkirch“ machten sich auf den Weg in die Schweiz für einen fachlichen Austausch und bekamen die Möglichkeit eine Tag verschiedenen Einrichtungen der Stiftung Suchthilfe in St. Gallen zu besuchen. Neben der Methadon und Heroinabgabestelle, bekamen wir einen Einblick in eine Wohngemeinschaft, sowie zwei niederschwellige Angebote, die Gassenküche und BEik (Anlaufstelle und Spritzentausch).

Für die Wege zwischen den einzelnen Stationen wurden wir von einer netten Praktikantin begleitet – auch für unser leibliches Wohl war bestens gesorgt worden. Trotz straffem Zeitplan bliebt genug Zeit sich ausführlich über die einzelnen Einrichtungen zu informieren und Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen. Besonderes Interesse galt den Abgabestellen und deren Arbeitsweise. Vor allem der Ablauf und die Kriterien für die Aufnahme der heroingestürzten Behandlung waren für uns spannend.

Unterschiede gab es im Umgang mit den Harntest in der Substitution. Harntests werden nur bei behördlicher Auflage gemacht. Sonst wird großer Wert auf die Vertrauensbasis zwischen Klient und Betreuer gelegt. Die Betreuten sind mindestens wöchentlich im persönlichen Kontakt mit der Abgabestelle. Somit kann direkt auch individuell auf die tägliche gesundheitliche und psychische Verfassung des Klienten reagiert werden und die Dosis individuell täglich angepasst werden. Anders als bei uns, dürfen in der Schweiz auch Hausärzte in ihrer Praxis ohne spezielle Substitutionsausbildung Methadon verschreiben.

Es wurde auch immer wieder von einem konstruktiven Austausch zwischen Gemeinde, Politik, Polizei und der Einrichtung berichtet. Bei gegebener Problemlage wird mit allen Beteiligten nach einer sinnvollen Herangehensweise gesucht und versucht, alle unterschiedlichen Interessen wahrzunehmen.

Alles in allem eine sehr informative, abwechslungsreiche und vor allem gut organisierte Exkursion, die bei uns die ein oder andere Reflexion angeregt hat.