Ausstieg aus der Suchtspirale

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Bild: Psychiater Dr. Franz Riedl referiert im Clean Bludenz über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Substitution bei Opiatabhängigkeit.

Bei einem Treffen mit ÄrztInnen und Apotheken zog die für die Behandlung drogenabhängiger Menschen zuständige Beratungsstelle Clean Bludenz eine ermutigende Bilanz. Doch nicht nur Menschen mit Drogenkonsum, sondern auch mit Essstörungen oder problematischem Spiel-, Kauf- oder Handy-Verhalten sowie deren Angehörige oder Eltern sind eingeladen, möglichst frühzeitig Beratung und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bei einer Veranstaltung, die die Amtsärztin Dr. Margarete Müller-Wohlgenannt zusammen mit dem Clean Bludenz organisiert hatte, ging der Experte der Vorarlberger Ärztekammer und Facharzt Dr. Franz Riedl aus Bregenz auf die neuen Entwicklungen und Erfolge der Substitution mit Methadon oder Morphinen ein. Damit konnte die schwere Abhängigkeit von Heroin mit all ihren Folgen für Betroffene und ihre Familien wirksam minimiert werden: der Rückgang der Kriminalität, die bessere soziale und familiäre Integration und die Wiedererlangung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit gehören zu den Erfolgen dieser Behandlung.

Im Bezirk Bludenz betreuen die Ärzte Dr. Vinko Duspara und Dr. Maximilian Mohilla am Clean übers Jahr ca. 80 Betroffene medizinisch. „Von diesen Personen gehen ca. 40 % einer Arbeit nach, was ohne ein Methadon-Programm unvorstellbar wäre. Allein schon diese Zahl sehen wir als einen menschlich und gesellschaftlich wertvollen Beitrag, den wir als Teil der Vorarlberger Suchthilfe leisten können.“, meint der Leiter der Beratungsstelle Werner Jochum. Sein Team aus SozialarbeiterInnen und PsychotherapeutInnen begleitet jedes Jahr mehr als 300 Menschen dabei, aus belastenden Suchtkreisläufen mit Drogen oder auch mit Verhaltens-Abhängigkeiten auszusteigen.

Sehr häufig sind es Partner, Eltern, (Arbeits-)Kollegen, aber auch Lehrer oder Vorgesetzte am Arbeitsplatz, die hellhörig werden und genau hinschauen und dann ihre Unsicherheit verlieren, wenn sie sich in einem Telefonat oder per E-Mail erste professionelle Hilfe geholt haben. Damit oder auch in persönlichen Gesprächen können erste Schritte überlegt, geplant und auch gemacht werden, um aus der Suchtspirale auszubrechen. Meist gelingt es den Hilfe Suchenden überraschend schnell, neue Strategien und neues Selbstvertrauen zu entwickeln, um die Weichen in eine bessere Zukunft stellen zu können.